Wissenswertes für Twirler & Trainer Twirlingtechnik, Fitness, Tanz und Mentales - Was man als Twirlingsportler wissen sollte
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Bestleistung fängt im Kopf an!

Wie erlange ich Mentale Stärke, um persönliche Bestleistung zeigen zu können? "Im Training gelingt mir alles, aber auf der Fläche funktioniert es plötzlich nicht." - Diese Erfahrung haben sicher bereits einige Twirler gemacht. Oft hält man sich für die einzige Twirlerin, die ihren Tanz „NIE“ hinbekommt. Schaut sich der „sehende“ Twirler um, wird dieser sich bald in guter Gesellschaft befinden. Im Endeffekt kämpft jeder der Sport betreibt – gleichgültig in welchem Leistungslevel, einen schier endlosen Kampf gegen sich selbst.

Motivation allein genügt nicht,

um persönliche Bestleistungen zu vollbringen.

„Ich liebe Twirling, aber mein Stab macht einfach nicht das was ich möchte“ – „Warum kann ich am Turnier nicht das was ich im Training kann?“ - „Ich bin so aufgeregt und kann meinen Stab einfach nicht festhalten.“ Meist recht frustriert oder voller Wut sucht man nach Erklärungen. Zunächst werden nur äußere Bedingen als Erklärung gesucht. Dies ist eine „normale“ Erfahrung, die zum Erlernen des Idealen Leistungszustand erforderlich ist. Sobald der „betroffene“ Twirler es schafft in sich hineinzuschauen, wird dieser eine innere Welt aus negativen Emotionen finden, die bewusst wahrgenommen werden wollen. Auf das wesentliche reduziert drücken sie sich in Gefühlszustände wie: Misstrauen, Frustration, Negativismus, Furcht, Haß, Wut, Angst aus. Gerne gesteht man sich dies – nicht einmal im geheimen – nicht ein. Sicher wird sich nicht jeder damit auseinandersetzen wollen, um eine Änderung herbeizuführen. Falls doch, macht es den Weg frei für den berühmten „Traumtanz – an dem alles so einfach war.“ – „Es hat mir richtig Spaß gemacht!“– „Meine Schwierigkeiten waren ganz einfach“ - „Ich hatte alle Zeit der Welt“

Im Twirlingsport sind es vorwiegend junge Twirlerinnen, die nebenbei noch während der Pubertät  gegen/mit sich kämpfen. So ist es umso wichtiger, die Wege zu einer persönlichen Bestleistung zu kennen.


Um für sich selbst erfolgreich zu twirlen heißt:

  • SELBSTdisziplin: Es ist harte Arbeit ein guter Twirler zu werden. Es erfordert Opfer – die man Twirlingsportler oft gerne bringt. Es fällt einem leicht auf etwas zu verzichten, weil es dazu gehört, sein Ziel zu erreichen. Das Ziel: Alles auf die nur beste Art und Weise zu trainieren. Dem disziplinierten Twirler ist klar, dass kein Meister vom Himmel fällt und nur man SELBST seine Ziele aus eigner Leistungsbereitschaft realisieren kann.
  • SELBSTkontrolle: Ohne die Fähigkeit sich SELBST zu kontrollieren ist keine Möglichkeit vorhanden sich zu verbessern. Dann bleibt der Traum seinen eigenen perfekten Tanz hinzulegen nur eine Phantasievorstellung. Die oben genannte Disziplin z. B. gerne, regelmäßig ins Training zu gehen, führt dazu, dass sich der gewillte Twirler permanent weiter entwickelt und zunehmend Kontrolle über sein Tun erhält. Dies zeigt sich vor allem darin: Beim Trainieren wird zunehmend die Fähigkeit erlangt nachzudenken, was er/sie während des twirlens getan hat und ist fähig darauf zu reagieren.
  • SELBSTvertrauen: Das Erlangen der SELBSTkontrolle führt direkt dazu sein eigenes SELBSTbewußtsein zu stärken. Der Twirler weiß, wenn er/sie dieses oder jenes tut, wird der gewünschte Effekt eintreten. Dieser Glaube führt zur Fähigkeit die Fäden selbst in der Hand zu halten und sich unerwünschten Druck wegzunehmen.
  • SELBSTverwirklichung: ... ist die Manifestation im Kopf, seine Fähigkeiten voll nutzen zu können. Dies kann erst geschehen, wenn die hier aufgeführten Phasen der Selbsterkenntnis erfolgreich und konsequent abgearbeitet wurden. Fühlt sich der Twirler – gleichgültig welches Level – glücklich, wenn man an sich glaubt, so wie man SELBST ist, ist es danach möglich sein wahres volles Potential zu nutzen. Dann kann man 100% geben und nicht immer nur auf 60% laufen.


„Erfolgreich ist Seelenfrieden - das Ergebnis von Selbstzufriedenheit in dem Wissen darüber, dass man sein Bestes gegeben hat, um der Beste zu werden, der man je werden kann.“ John Wooden, einer der siegreichsten Basketball-Trainer.


Wir alle träumen von dem perfekten Tanz. Es wird Zeit, diesen Traum aus der eigenen Phantasievorstellung herauszuholen und wahr werden zu lassen.

Nicht allein die technische Twirlingpraxis – die durch das regelmäßige trainieren mit dem Sportgerät, als auch am Körper (Fitness, Dehnbarkeit, Körperbewusstsein, Koordination, Tanztechnik...) erworben wird, ist die Basis des erfolgreichen twirlens.

Ein Twirler - der Twirling als Sport betreibt - muss lernen, das die geistige/mentale Fähigkeit ein wesentlicher Bestandteil von erfolgreichen sportlichen Twirlen ist.

Mentale Stärke ist keine angeborene Fähigkeit. Mentale Stärke ist eine Fähigkeit, die man erwerben kann. Man erlernt sie genauso, wie man es erlernen kann z. B. 2 Spin richtig auszuführen. Es bedarf jedoch regelmäßigen trainieren des „Kopfes“, damit ein Twirler diese Fertigkeiten erlernen kann.

Nur wenn ein Twirler innerlich stärker sein WILL,

dann KANN er/sie es auch sein!

Stephanie Paulus-Reschke




Es ist noch kein Meister

vom Himmel gefallen

Anfänger/Breitensportler - sind meist der Ansicht, wenn der Ablauf verstanden wurde bedeutet dies: Aha, die Übung kann ich.

Dieses Verhalten ist natürlich. Den Ablauf verstehen ist der Anfang. Die Disziplin entwickeln und der Wille etwas zu genau verstehen zu wollen und sich dies im Training selbst zu erarbeiten ist der Schritt zum Twirlingsport.

Der Trainer erklärt eine Übung und weist auf die Schwerpunkte und Schwierigkeiten hin. Doch üben muss die Übung der Twirler! Es ist nicht die Aufgabe eines Trainers beim Üben einer Übung zuzuschauen. Ist der Trainer nicht da, trainiert der Twirler oft nicht. Dadurch ist es nicht möglich eine Verbesserung der Basistechnik weiter zu entwickeln.


Eltern können helfen!

Geschult wird die Grundeinstellung der Twirler. Da können auch Eltern helfend mitwirken. Die gewünschte Disziplin haben nur ganz wenige Kinder von ganz allein in sich. Dennoch kann trainieren gelernt werden. Die anderen (ca. 95%) müssen erst üben lernen. Das ist normal. Bei dem einen Twirler geht es leichter und schneller als bei dem anderen. Das ist auch normal.

Dies ist auch einer der Gründe, weshalb sich Kinder unterschiedlich schnell im Twirlingsport weiterentwickeln. Die benötigte Zeit muss jedem Kind gegeben werden und Eltern sollten nicht die Schuld ausschließlich dem Trainer zusprechen.

Stephanie Paulus-Reschke



Basistraining: Figur 8

Die „läppische“ Figur 8 zeigt sich bei genauerer Betrachtung etwas störrisch. Da sie zunächst etwas unrund aussieht. Wird dies bemerkt, sollte das Ziel sein  die Figur 8 korrekt zu lernen bis sie perfekt gekonnt wird.


Schritt 1:

100 Figur 8 rechts, links, vor- und rückwärts zu üben,

ohne die Hand während der Figur 8 zu öffnen.

  • Fehlerquellen:
  • • Die Hand wird während der Figur 8 geöffnet.
  • • Der Baton wird nicht richtig in der Hand gehalten.
  • • Der Baton ist nicht genau in der Mitte
  • • Der Arm wird nicht gestreckt
  • • Der Baton dreht sich nicht gleichmäßig
  • • Der Baton dreht sich zu langsam
  • • Die Figur 8 ist „eiereckig“


Wenn der Unterarm durch das regelmäßige Üben gekräftigt wurde und das Handgelenk ganz gedreht werden kann, ist es möglich die Figur 8 korrekt zu können. Dies ist nach ein paar Wochen des regelmäßigen Übens der Fall.

Jeden Tag 5 Minuten wirken WUNDER!


Schritt 2:

Stimmt die Basis, kommt die Geschwindigkeit hinzu.

Spiele:

1.) Wer schafft die schnellsten RICHTIGEN Figur 8 in 30 Sekunden

2.) Was kann manch an einer Figur 8 alles falsch machen!

Stephanie Paulus-Reschke




Twirling als Leistungssport betreiben

Twirling kann man in den unterschiedlichsten Formen betreiben. So kommt es, dass Twirling nicht selten an Mehrkampfsportarten erinnert. Dies macht Twirling im eigentlichen Sinne interessant und viele entdecken aufgrund der vielen Elemente Twirling als faszinierende Sportart.


Der Körper als Sportgerät

Im Twirlingsport beschäftigt man sich mit Körperspannung, Turnen, Fitness, Ballett, Tanztechnik, Rhythmus. Dazu kommt noch die Präsenz und der gerne gesehene Ausdruck. Jeder Twirler findet etwas anderes daran interessant oder hat am unterschiedlichen Dingen Spaß. Selbstverständlich hat jeder Twirler auch etwas, was er/sie nicht so gut beherrscht und daran mehr üben muss.


Der Kopf - Mentale Stärke

Wie bei jeder ernsthaft betriebenen Sportart, bildet die Einstellung und die Fähigkeit über seine eigenen Grenzen blicken den Unterschied zum Breitensportler. Diese oft emotionalen "Grenzen" zu überwinden ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, um Twirling als Leistungssport betreiben zu können. Selbstvertrauen in sein Können ist keine angeborene Gabe. Mentale Stärke ist erlernbar. Die Bereitschaft, sich mit seinen Schwächen zu befassen - sie realistisch zu bewerten und an ihnen zu arbeiten zeichnet der Sportler aus. Wer Leistungssport betreibt, stößt irgendwann immer an seine persönlichen Grenzen und erst dann zeigt es sich, wieviel TwirlingSPORT in einem steckt.

Immer wieder an seinen "selbst errichteten" Grenzen zu arbeiten, diese zu überwinden und nicht als Schicksalsschlag hinnehmen zu wollen ist der Antrieb des Sportlers. Wer Bestleistung zeigen möchte, lernt an seiner Persönlichkeit arbeiten. Auch wenn das gewünschte Ziel vielleicht nie erreicht wird gehört der Aspekt des Scheiterns zum Leistungssport dazu, um sich  weiterentwickeln zu können.


Das eigentliche Sportgerät - der Baton

Den Baton gekonnt zu werfen und zu wirbeln ist nicht zuletzt eine Sache der korrekten Technik, die es immer wieder neu zu verfeinern gilt. Eine korrekte Twirlingtechnik - die schon beim festhalten des armlangen Sportgeräts beginnt - bildet die Basis für einen Twirlingsportler, der Twirling als Sport betreiben möchte. Unterteilt sich Twirlingtechnik in Schleudern - Rollen - Kontaktmaterial ist es Ziel, jeden der drei "Modes" gleich gut zu beherrschen. Diese drei Modes verzweigen sich wiederum in nahezu zahllose Möglichkeiten der Kombinationen und erforderlichen technischen Kenntnisse. Allein beim Schleudern unterscheidet der Twirler unter eine Vielzahl von körperlichen Übungen während sich der Baton in der Luft befindet. Gezeigt werden Drehungen, SC's Übungen (z.B. Posen, Illusion...) die auf der Stelle gezeigt werden oder TC's die eine Übung, wie z.B. das Rad eine Weg von "A" nach "B" beschreiben. Diese können wiederum mit nahezu zahllosen Abwurf- und Fangvariationen kombiniert werden.

Was dem einen leicht fällt, ist für den anderen Twirler eine schwierige Aufgabe. Ein Twirlingsporter mit Zielsetzung Twirling als Leistungssport wird mit seinem Trainer an seinen Defiziten, die jeder allein aufgrund der Vielfältigkeit des Twirlingsports hat, gerne arbeiten. Der eine rollt toll, der andere kann besser Schleuderübungen... ein anderer hat ein Geschick für Kontakt oder kann Musiken gekonnt interpretieren. Wieder andere haben Schwierigkeiten mit Rhythmus, der andere fragt sich, warum hört sie das nicht. So hat jeder Twirlingsportler sein Talent.

Der Breitensportler arbeitet lieber an seinen Stärken, da ist nicht einfach ist, an etwas zu arbeiten, was einem nicht so liegt. Der Leistungssportler arbeitet stetig an seinen Schwächen, auch wenn er sich nicht in der gewünschten Geschwindigkeit in diesem Bereich weiter entwickelt.


Um Twirling als Sport zu betreiben...

....benötigt man neben der erforderlichen Disziplin auch die Freude am regelmäßigen Training. Des Weiteren bedarf es auch den Wunsch, Übungen immer wieder neu zu konditionieren, an der Verbesserung der Technik an Körper und Baton konsequent zu arbeiten. Korrekturen vom Trainer werden gerne als Verbesserungsmöglichkeit angenommen.

Im besten Falle erfolgt das Training aus einer undefinierbaren Neugier heraus, immer neue Übungen erlernen zu wollen und dann wieder - zunächst nur ;-) fallen zu lassen.

Für Außenstehende muss ein Twirlingtraining ein seltsamer Anblick darstellen. Kinder und Jugendliche werfen den Baton hoch oder wickeln ihn teilweise recht ungelenk um den Körper. Die seltsam chaotisch wirkenden Übungen wiederholt man immer wieder. Und dann, wenn man es einmal - eher aus Zufall - geschafft hat, freut sich der Twirler wie verrückt, um dann wieder zahllose, erfolglose Versuche zu probieren. Schwer nachzuvollziehen, dass dies tatsächlich Spaß macht.

Ein Twirlingsportler freut sich, wenn man nach zahllosen erfolglosen Versuchen eine Übung zunächst 1x gefangen hat. Dann wird man heiß auf mehr und möchte sie 2x, dann 3x und 50x fangen...

Der Twirlingsportler freut sich daran, wenn er schwitzt oder gar Muskelkater hat. Der berühmte "MuskelTIGER" ist der offenkundige Beweis, dass der Twirlingsportler an seine persönliche Leistungsgrenze gegangen ist und sich nur so permanent weiterentwickelt. Das Beste daran ist, dass diese "Schmerzen" positiv gesehen werden, nie aufhören und sind ständiger Begleiter, für den, der Twirling als Leistungssport betreibt.

Hat man die eine Übung gemeistert, kommt sofort die nächste Übung und das ganze Spiel beginnt wieder von vorne.

MAN WIRD NIE FERTIG. Das ist das spannende an Twirlingsport.

Stephanie Paulus-Reschke



Warum Rhythmus so wichtig ist

Jeder kennt es: wir sitzen in einem Lokal, oder gehen durch den Supermarkt hören eine Musik und man fängt unwillkürlich an zu wippen.

Ohne zu überlegen übernehmen wir den Rhythmus der Musik  und setzen ihn in Bewegung um. Ganz einfach, ohne Nach­denken, ohne Takte zählen – einfach so.

Hören – fühlen – umsetzen in Bewegung

An Turnieren sehen die Wertungsrichter Tänze bei denen Rhythmus wenig Beachtung findet. Natürlich ist nachvollziehbar, wenn man auf den Baton konzentriert ist, dass dem Takt oder der Musik wenig Beachtung geschenkt werden kann. Sportler müht sich reichlich ab seine Bewegungen und den Stab in den Griff zu bekommen, schafft es vielleicht sogar seine Schwierigkeiten zu fangen, aber der ganze Tanz ist noch nicht stimmig. Dies geschieht auch, wenn Rhythmus der Musik leider nichts mit dem Rhythmus der Bewegung zu tun hat.

Rhythmus kann man technisch abhandeln, indem der Trainer sich die gewählte Musik anhört, die Taktung durchzählt und darauf den Tanz, als den Bewegungsablauf stellt. Im Vorfeld hat sich der Trainer überlegt, ob eine schnelle, langsame, dramatische oder lustige Musik zum Sportler paßt. Den Rhythmus der Musik, mit dem Bewegungsrhythmus in Einklang bringen heißt: sich bewusst zu machen wo die Akzente liegen. Liegen sie musikalisch auf Takt 1 und 4 ist es ungeschickt den Bewegungsakzent auf Takt 3 + 6 zu stellen oder schlimmstenfalls überhaupt keinen. Das passt nicht und kommt der Twirler aus dem Takt, kann er so leicht nicht wieder in den Tanz hineinkommen. Der Trainer muss seinem Sportler genau erklären können, wo welcher Akzent gesetzt werden sollte, um seinem Schützling die Musik, den Rhythmus nahe zu bringen. Als Trainer ist es Priorität sich mit dem Thema auseinandersetzen. Zunächst gilt es, dies für sich klären, um dann die gewünschte Rhythmik seinem Sportler nahe zu bringen.

Bei Beginnertänzen ist es wichtig eine Musik mit einem eindeutig zu hörenden, möglichst 4/4 Takt, auswählen.

Erst wenn der Sportler weiß, wie der Rhythmus eigentlich ist, wo die Akzente liegen,  schafft er es vielleicht, dies auch umzusetzen. Auch ist es einfacher seinen Tanz darzubieten..der Rhythmus trägt!

Dann erst kann es einen Bewegungsfluß geben und derselbe Tanz, der absolut langweilig, eckig und nichtssagend wirkt mutiert auf einmal zu einem harmonischen Bild.  

Susanne Henkel



Positive Energie vs.

Negative Energie im Twirling

Der ein oder andere Twirler wird es vielleicht bereits am eigenen Leibe erfahren haben. Trotz wirklicher hoher Motivation und den unbändigen Willen etwas besonders gut machen zu wollen bekommt man seinen Tanz leider trotzdem nicht hin. Der Frust ist groß. Das Selbstbewusstsein und der Glaube an seinen eigenen Fähigkeiten sinken ab.

Energie kann auf höchst unterschiedliche Art und Weise getankt werden. Grundsätzlich kann man sich diese Gefühlsdimension wie folgt vorstellen:

  • A: hohe Positive Energie
  • B: hohe negative Energie
  • C: geringe positive Energie
  • D: geringe negative Energie

Wie man herausfindet ob man A,B,C oder D ist?

Ein kleiner Selbsttest.

Bevor du weiter liest, nehme einen Zettel und einen Stift zur Hand.

Beantworte folgende Frage für dich.:

1. Mit welchen Stichworten würdest Du deine persönlich beste Leistung im vergangenen Twirlingsportjahr beschreiben? Wie war dein emotionaler Zustand während dieser Darbietung?

Mache dir wirklich 5 Minuten Gedanken darüber. 3-10 Stichworte. Versuche zu differenzieren, was du wirklich fühlst. Es zählt nicht das, was andere von dir erwarten würden. Die Wirklichkeit deiner Emotionen gilt es zu erfassen. Allein dies wird für viele bereits eine Herausforderung darstellen. Anschließend versuchst du die Worte unter den verschiedenen Typen herauszusuchen, wo sie am ehesten hinpassen.

  • Für Typ A:
  • Wach, energiegeladen, lebhaft, angeregt, stark, begeistert, hoher Teamgeist
  • Für Typ B:
  • Nervös, furchtsam, ängstlich, zornig, frustriert, aufgeregt, rachsüchtig
  • Für Typ C:
  • Müde matt, erschöpft, ausgepumpt.
  • Für Typ D:
  • Gelangweilt, desinteressiert, enerviert, irritiert
  • Gut gemacht.


2. Nun beleuchten wir deinen körperlichen Zustand, während dieser Darbietung. Wie würdest du dein Energiefeld beschreiben? Welche der unten genannten Bezeichnung treffen am ehesten auf dich zu?

  • Für Typ A:
  • Entspannte Muskeln, Zustand innerer Gelassenheit, Konzentriert
  • Für Typ B:
  • Angespannte Muskeln, Zustand innerer Erregtheit, Tunnelblick
  • Für Typ C:
  • Entspannte Muskeln, Zustand innerer Gelassenheit, Unkonzentriert
  • Für Typ D:
  • Geringe bis mäßige Muskelentspannung, Veränderlicher Gemütszustand, Unkonzentriert.


Typ A beschreibt einen Sportler der mit entspannten Muskeln innerlich Gelassen ist und es schafft, seine Konzentration über eine Zeit beizubehalten. Der Zustand ist in keinem Bereich „Überaktiviert“. Es besteht weder Anlass zum Kampf noch zur Flucht. Dies wäre der Optimale Zustand, um persönliche Höchstleistungen zu vollbringen. Die BESTE Möglichkeit für eine gute Leistung! Hier kann 100% gegeben werden.

Typ B ist völlig anders. Eine hohe negative Energie assoziiert sich durch Angespanntheit, eigener innerer Erregtheit – Man starrt ins leer, unflexibel und generell unangemessene Art der auf ein Ziel fixierten Aufmerksamkeit. Dies ist die zweitbeste Möglichkeit einer guten Leistung. Gute Leistung erfordert viel Energie und negative Energie ist besser als gar keine Energie. In diesem Zustand wird ca. 60% des Potenzials ausgenutzt werden können. Man beschreibt dies selbst oft, das Leistung die OK oder durchschnittlich war. „Hätte schlimmer laufen können“

Typ C: Dieser Sportler lässt sich zu leicht ablenken. Irgendwie beschäftigt man sich leicht mit belanglosen Dingen, fühlt sich unkonzentriert. Nur unter größter Anstrengung gelingt es, sich zu konzentrieren. Meist ist dadurch eine unterdurchschnittliche Leistung das Ergebnis.

Typ D hat es - wie sicher bereits vermutet - am schwersten die Fertigkeit eine gute Leistung zu zeigen. Ob technisch dazu befähigt, spielt dabei nur eine geringfügige Rolle. Die innere Ruhe ist höchst unstetig, genauso wie die Fähigkeit sich zu konzentrieren.


Fazit:

Falls man die Fähigkeit über seine eigenen Grenzen zu gehen erlangen möchte, ist es notwendig sich mit positiver Energie zu füllen. Eine solche Energie kann man erlangen, wenn man mit Spaß, Freude, Liebe, Vergnügen, Stolz, Zielstrebigkeit, Selbstmotivation, Optimismus oder Selbstherausforderung sein Training/Tanz in Verbindung setzt. Der geheime Schlüssel ist also schlichtweg ehrlich gelebte/erlebte Freude am Twirlingsport.


  • Typ A sagt und glaubt tatsächlich: (keine Bedrohung)
  • Ich will es wirklich
  • Ich fühle mich Herausgefordert
  • Ich kann es

  • Typ B sagt und glaubt tatsächlich: (Bedrohung)
  • Ich will es wirklich
  • Ich bin nicht gut genug
  • Ich werde es können

  • Typ C sagt und glaubt tatsächlich: (keine Bedrohung)
  • Ich will, aber so sehr auch wieder nicht.

  • Typ D sagt: (keine, nur leichte Bedrohung)
  • Ich würde lieber alles andere tun als das.
  • Es langweilt mich.


Die Fähigkeit seinen eigenen Energiefluss wiederholt und immer wieder in Typ A umzuwandeln ist eine erlernte Fähigkeit, die nur wirkliche Topsportler erwerben können. Oftmals erlebt man das Sammeln an positiver Energie mit einem starken Gefühl der Angriffslust, Zielstrebigkeit, Entschlossenheit. „Jetzt pack ich es“

(Quelle: Persönliche Bestform durch Mentaltraining, Dr. Loehr)





Wer weiß worauf es ankommt,

hat es im Twirling leichter!

  • Die drei Modes im Twirlingsport bestehen aus:
  • Rollen
  • Schleudern
  • Kontaktmaterial

In den Choreografien werden oft die oben genannten Modes nicht oder im falschen Leistungslevel beachtet.

Oft handelt es sich dabei um ROLLEN, aber auch nicht oder wenig vorhandenes Kontaktmaterial und dieses dann nicht korrekt ausgeführt wird in so mancher Choreografie ausgespart.

Die meisten Twirler und leider auch Trainer finden es besser, wenn man möglichst schnell die Schleuderübungen nach oben bringt. Sieht spektakulärer aus. Wen kümmern die Abwürfe oder das Fangen in korrekter Ausführung Hauptsache fangen. Auch die schönen Turnübungen oft sind nicht korrekt. Wozu braucht man denn nur gestreckte Beine? Warum sollen Arme - wie beim "nicht im Hohlkreuz" gestandenen Handstand - nebeneinander sein? Notentechnisch betrachtet, nützt dieser schnelle Eifer allerdings nichts. Denn die Twirler, die mit einer gekonnten Choreografie in allen 3 Modes ein gleiches Level zeigen, bekommen eine bessere Note.

Es kommt vor, das sich ein Twirler im Schleudern zumind. theoretisch gefühlt in sehr gut befinden. Doch stimmt die Ausführung dazu nicht, wird  dies vom Juroren nicht wie erhofft bewertet. Zum Beispiel beim Rollen - weil geschummelt oder im Tanz immer wieder gerne weggelassen zeigen sich die Probleme. Mit unzureichender Ausführung landet man recht schnell in einem niedrigeren Level.

Interessant ist das Kontaktmaterial. Werden 2-3 Flips gezeigt. Bessere Flips werden bestenfalls isoliert - d. h. ohne Kombination oder mit Stopp gezeigt. Gerade im Kontaktmaterial wird gerne gecancelt. Im Kontakt ist eine Risikoübung nach 1-2 Takten fertig. Schleuderübungen benötigen 5-8 Takte und werden deshalb besser wahrgenommen. Die Folge: Es werden bevorzugt die Schleuderübungen geübt.

Werden alle 3 Modes beachtet, dann wird die Körpertechnik zunehmend interessanter. Die Bewertung wird höher, wenn diese mit einer korrekten Körpertechnik dargeboten wird. Dies ist wieder zu unterscheiden in Basistechnik und später in korrekter Tanztechnik.

Hierzu bieten die D.T.S.V. Ausbildungslehrgänge - auch wenn man schon mal einen Lehrgang besucht hat - neues Lernpotenzial für den wissbegierigen Trainer. Auch Aktive können an solchen Lehrgängen teilnehmen.


TWIRLING HÖRT NIE AUF NEUE HORIZONTE ZU ERÖFFNEN!

Es gibt offensichtlich einen Unterschied zwischen dem Ablauf verstehen und eine Tatsache in einer Übung in seiner Quintessenz plötzlich neu wahrzunehmen.

Stephanie Paulus-Reschke



Wie bekomme ich meinen Tanz

ohne Drop hin?

Schade, leider gibt es dafür keinen Zauberspruch. Generell gilt: Ist die Toleranzschwelle relativ hoch, ist es auch OK, wenn 3-4 Drops gemacht werden, braucht man nicht zu erwarten es jemanls mit 0 zu schaffen.  Normalerweise weiß ein Twirler, was gekonnt wird. Was zum Turnier nicht gekonnt wird, sollte zwingend vereinfacht werden.

  • Folgenden Leistungsstufen gilt es als Twirler zu erreichen:
  • 1. Kann ich alle Übungen in meinem Tanz wirklich?
  • 2. Kann ich meine Übungen im Tanzablauf in der Choreografie?
  • 3. Kann ich den Tanz mit Musik ohne Drop? (Ausdruck nicht vergessen:-)))

Glaube ich selbst, dass ich meinen Tanz mit 0 Drop hinbekommen kann? Will ich das wirklich? Fixiere ich mich auf Details, bekommen so manche Übungen dadurch einen höheren Stellenwert als ihnen eigentlich zusteht. Dann ist es nahezu unmöglich, diese am Turnier in Streßsituationen erfolgreich zu zeigen.


Eine gute oder schlechtere Benotung hängt niemals von einer einzigen Übung ab. Es gilt ein Gesamtkonzept einer hoffentlich vom Trainer durchdachten Choreografie zu präsentieren. In jedem Training sind alle Übungen gleich zu behandeln und mit immer gleichen Körpereinsatz zu absolvieren.

Macht Euch locker, glaubt an Euch. Ihr könnt alles was ihr wirklich von Herzen wollt! Es geschieht immer so, wie man es sich vorstellt.

Stephanie Paulus-Reschke



Basiswissen: Illusion

Ohne Dehnung geht nichts!

Twirlingsport besticht durch eine Vielfalt des Körpers und des Stabes. Die Entwicklung geht kontinuierlich weiter. Der tänzerische, körperliche Bereich rückt immer deutlicher in den Blickpunkt.

Es ist nicht weiter verwunderlich, dass Sportler, die ihren Körper in allen Bereichen bearbeiten: Kräftigung, Mobilisierung + Dehnung. Gerade beim Twirlingsport sind so Erfolge viel schneller zu erzielen.

Wie schön kann z.B. ein Illusion aussehen. Als Standardübungen im Twirlingsport wird sie nicht immer gekonnt gezeigt. Todesmutig mit dem Oberkörper nach unten geworfen, der Rücken anmutig gerundet, das Standbein zur besseren Fixierung eingeknickt und das Spielbein befindet sich, im optimalen Fall, gerade einmal in Höhe des unteren Rückens, der Fuß des Spielbeins bildet im 90 Grad Winkel den Abschluss. Dies ist nicht schön und ein falsches Illusion.


Warum wird das Illusion oft nicht gekonnt?

Die Muskulatur des Sportlers ist einfach nicht in der Lage sich entsprechend zu dehnen. Die Rückenmuskeln sind oft verkürzt. Vielen Sportlern ist es nicht möglich, aufrecht mit gestreckten Beinen auf dem Boden zu sitzen.

Der Beinbiceps – hinterer 2 köpfiger Beinmuskel - ist verkürzt, die Sportler können im Stehen mit gestreckten Beinen nicht die Hände flach auf dem Boden aufsetzen. Die Hüftmuskulatur wird von vielen Sportlern nicht wahrgenommen: "Wie ??? Da ist auch ein Muskel??“ Genauso ist es, werden nun viele sagen- aber… was kann ich dagegen tun?


Ganz einfach in jedem Training

Dehnungsübungen einbauen.

Es bringt überhaupt nichts und ist in diesem Fall auch schädlich sich im Training mit voller Kraft 1–2 Mal in eine Dehnung hereinzupressen.

Der Muskel ist mit einem Gummiband vergleichbar. Langsam in die Dehnung hineingehen – an der Stelle, wo es nicht mehr weitergeht – halten !!!! Nicht nur 2 Sekunden – sich selbst den Befehl geben weich zu werden. Mit der Dehnung mitgehen. Nicht dagegen arbeiten. Wer einige Zeit in dieser Stellung bleibt, wird schnell ein Stückchen weiter kommen.

Genauso langsam muss aus dem Dehnungszustand wieder herausgegangen werden. Unterbricht man abrupt eine Dehnungsübung – schnellt das Gummiband zurück- das tut weh und ist auch gefährlich.

Dehnung ist zeitaufwändig

Schafft man es jedoch kontinuierlich an der Dehnung zu arbeiten, wird man in kürzester Zeit Erfolge bei sich feststellen können.


Übungsbeispiele:

  1. Auf dem Boden mit gestreckten Beinen sitzend die Hände flach neben die Beine aufsetzen. Der eine kommt vielleicht mit den Händen nur in Kniehöhe der andere bewegt sich schon in Richtung Fußknöchel – Trainingsziel ist erreicht, wenn die Hände flach neben den gestreckten Fußspitzen – der Oberkörper auf dem Oberschenkel und das Kinn auf dem Schienbein liegt. Dies kann in kontinuierlicher Arbeit bei 2–3 maligem wöchentlichen Training in ca. 8 Wochen erreicht werden !!!!
  2. Auf dem Boden mit gespreizten, gestreckten, Knie nach außen gedrehten Beinen sitzen. Hände wieder, so weit es möglich ist, nach vorne flach auflegen. Rücken lang machen, warten bis der Schmerz etwas nachlässt, dann mit den Händen ein Stück weiter nach vorne rutschen, warten bis der Schmerz nachlässt usw. Ziel: der Oberkörper liegt flach auf dem Boden auf – die Beine sind fast zum Männerspagat gespreizt, die Schnürsenkel zeigen nach oben außen. Man glaubt es nicht- jeder (!!) kann es schaffen. Keine Brachialgewalt – lieber langsam aber kontinuierlich arbeiten.
  3. Ausfallschritt nach vorne- beide Hände setzen neben dem Fuß auf, nun wird das hintere, gestreckte Bein langsam immer weiter zurück geschoben. Immer zwischendurch halten, Dehnung wirken lassen und dann weiter. Langsam aus der Dehnung zurückkommen und mit dem anderen Bein beginnen. Nach ca. 4-8 Wochen konsequenten Übens führt diese Übung zum Erfolg – Spagat
  4. Man kann diese Übung auch mit tiefem Ausfallschritt zur Seite ausführen.

Susanne Henkel



Twirlingsport trainieren wie geht das?

Trainieren, das machen wir doch beim Twirling alle, werden sich viele Denken. Doch so klar, wie es auf den ersten Blick erscheint, Twirling als Sport zu trainieren nicht.

Ein effektives Twirlingtraining bedeutet ein Begreifen, Erarbeiten, Automatisieren und Verfeinern von Körperbewegungen und deren Techniken und dies alles im Zusammenspiel von Stab und Körper.

Sicher werden viele die Erfahrung gemacht haben, als hätten Sie zum ersten Mal einen Fehler erklärt bekommen und auch verstanden. Sehr oft meinen die dazugehörigen Trainer nicht selten "Ei, das erzähl ich dir doch seit 2 Jahren.." Ein Sportler kann sich nur etwas erarbeiten, wenn die Aufgabe als solches verstanden wurde. Wie so oft praktiziert, führt ein einfaches Nachmachen (Kopieren) von Bewegungen zu keinerlei der viel gewünschten Fortschritten. So ist es nicht verwunderlich, dass einige unserer Sportler mit dem Training auf Kriegsfuß stehen.

Besonders Trainer, die mit Anfängern arbeiten, sollten von Anfang an daran arbeiten, den Kindern "selbstdenken" spielerisch nahezubringen. Kinder sollten lernen, zu erkennen, wie etwas richtig aussieht.  Vorallem sollten Sie lernen, auch wenn sie selbst noch nicht in der Lage sind, eine Übung richtig zu können, dies den anderen anzuerkennen. Die Pünktlichkeit und regelmäßiges Training sind auch Aspekte, die so früh wie möglich erlernt werden sollten. Dabei kommt es zunächst nicht auf die Menge an. Die Kinder sollten von selbst die Freude an mehr Training entdecken.


Korrekturen im Training selbst weiter bearbeiten

Die meisten Twirler bekommen von seinem Trainer eine korrekte Beschreibung, der zu erlernenden Bewegung. Auch an Lehrgängen werden Übungen genau erklärt, gezeigt. Nun ist es am Twirler sich am neu erlernten zu versuchen, bis die Übungen korrekt umgesetzt werden können.  


Twirlingsport ist komplex.

Es reicht nicht nur die Stabtechnik oder nur den Körper zu bearbeiten oder nur Schleudern, oder nur rollen oder nur Flips oder nur Tanztechnik zu üben. Wenn in allen Modes gearbeitet wird, relativiert sich so manches Talent. Der Twirlingsportler arbeitet an Übungen mit Freude. Der Breitensportler empfindet dies eher als langweilig.

Wird eine Twirlingübung wie Flip erlernt, kommt nach dem Ablauf und dem beherrschen des Abwurfes, das korrekte fangen. Wird das gekonnt, werden Füße geschlossen – freier Arm eingestützt – Kopf auf – nicht vor den Schultern – Po eingezogen – Körper gespannt. Die Abwurftechnik verfeinert, das fangen verbessert. Nur an diesem kleinen Beispiel kann man erkennen, dass es wirklich nicht einfach ist Twirlingsport zu beherrschen. Soll der Twirler die Flips auch noch mit einer Schrittkombi verbinden, dann wird es richtig kompliziert.

Ein guter Trainer beobachtet seinen Twirler. Das heißt nicht, dass er sich eine halbe Stunde lang eine Übung anschaut und gibt bei Gelegenheit eine Korrektur (Keine fünf!), die den Twirler weiterbringt.

Erarbeiten - so schrecklich diese Erkenntnis auch sein mag - muss sich der Twirler seine Übung alleine!

Der ausgebildete Trainer wartet mit manchen Korrekturen erst, bis der Twirler sich eine gewisse Basis erarbeitet hat. Geschieht dies nicht, bleibt der Twirler stehen und kann sich nicht verbessern. Manchmal genügt dies dem Twirler. "Perfekt...naja, die anderen machen es auch nicht besser."

  • Wer einmal auf einem internationalen Turnier in der Aufwärmhalle Twirler anderer Nationen beobachtet hat, wird aus dem Staunen wohl nicht herausgekommen. Da wird eine Übung bis ins Detail, d.h. auch mit dem dazugehörigen Gesichtsausdruck, entsprechender Körperspannung, Körperbewegung immer und immer wieder geübt. Es wird an sich gearbeitet und dadurch auch verbessert. Der Trainer kommt ab und zu vorbei, schaut sich das Training interessiert an, gibt vielleicht eine Korrektur oder auch nur eine Aufmunterung und geht dann weiter. Und man glaubt es nicht – der Twirlersportler trainiert weiter diese Übung.

Bei uns kommt es vor, nachdem der Trainer sich mit einem Twirler beschäftigt hat, erst einmal die Luft raus ist. Auch wenn es in seinem Rücken geschieht, bemerkt dies der Trainer nicht selten enttäuscht.


Der Trainer ist nicht der Entertainer seiner Sportler.

Die Erkenntnis der Twirlingsportler die Übung komplett d.h. mit Ausdruck, Körperspannung etc. zu trainieren ist zwar immer wieder vorhanden. Doch der verflixte Schweinehund lässt sich nicht so einfach abschütteln.

Es ist für Twirler sehr schwer mit Disziplin an einer Übung immer und immer wieder – mit anderen Schwerpunkten – Konzentration auf Stab – dann Füße, Kopf, Arm, Schulter, Gesicht, zu arbeiten.

Hat man dies erst einmal geschafft, wird man erfreut feststellen: Es wirklich nicht langweilig ist nur eine Übung zu üben. Es macht doch Spaß, wenn man merkt, dass auf einmal die Füße mir nicht mehr im Wege stehen, da gelernt wurde die Schritte richtig zu machen, der Stab rund läuft, weil er im richtigen Moment korrekt auflegen kann usw.


Es geht nur so und nicht anders!

Es muss sich alles erarbeitet werden und das ist das spannende an Twirlingsport. Auch ein Japaner kommt nicht mit dem Stab in der Hand auf die Welt. Aber sie arbeiten diszipliniert und auch noch mit Freude an ihrem Sport. Training ist Freude – ein Turnier ist dann die Belohnung für das Training.

Am Turnier zeigt man was man KANN

und nicht das, was man gerne können möchte.



Basiswissen: Füße – wo seid ihr?

Was ist eigentlich Fußstreckung? Wo fängt sie an? In den Zehen? Dem Spann? Dem Sprunggelenk?

Huch – so komplex haben viele Trainer und Aktive die Füße der Twirler wohl noch nicht betrachtet. In der Trainingshalle hört man immer wieder: "Streck deine Füsse!!!" Aber wie, wenn ich gar nicht weiß, welchen Bereich ich wie zu spannen habe. Viele Aktive sind einfach überfordert. Kleine Kinder verstehen unter Fuß­streck­ung, ein Einkrallen der Zehen! Das ist nicht, was der Trainer möchte. Man kann sehr wohl den Spann strecken (dehnen) und die Zehen bleiben davon völlig unbeeinflußt. Genauso kann das Sprunggelenk gestreckt werden und der Fuß zeigt nach innen. :-/

Was wir wollen ist ein Zusammenspiel des Sprunggelenkes, des Spanns und der Zehen. Der Trainer muss sämtliche Aspekte bearbeiten. Bewußtes Erarbeiten, Erfühlen der Zehen des Spanns und Sprunggelenk. Dies kann einzeln erarbeitet und schließlich zusammenführen. Diese Methode bietet sich vor allem bei kleineren Kindern an, obwohl auch die „Alten“ mit der Fußstreckung des öfteren auf Kriegsfuß stehen.

Übungen:

Ohne Schuhe – wichtig da ich sonst nicht sehen kann , was sich am Fuß tut. Die Zehen versuchen einzeln zu bewegen – ist lustig und macht Spaß. Die Zehen einkrallen und langmachen, auseinander falten etc. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Der Spann:

Im Sitzen (auf der Bank oder einem Stuhl) die Ferse,  so weit wie möglich vom Bo­den abheben und wieder senken (halbe Spitze) Zehen fächerförmig aus­­ein­-ander­-drücken. Genau beobachten und fühlen, wo und wann es anfängt zu ziehen.

Zweite Übung immer noch im Sitzen die Ferse vom Boden abheben und den Fuß dann über die Zehen (Zehennagel berührt nun den Boden) führen. Wann zieht es nun? Dies alles im Sitzen ohne Körpergewicht auf den Fuß zu legen.

Das Sprunggelenk:

Kreisen, strecken, beugen der Füße – nach außen und innen. Bewußtmachen was kann das Fußgelenk alles. Dann im Stehen versuchen das Gewicht auf die halbe Spitze (Zehengang) zu bekommen. Was passiert jetzt im Sprunggelenk? Knickt es nach außen weg? Sofort Korrektur geben, dass das Sprunggelenk bei der halben Spitze nur als Scharniergelenk zu benutzen ist. Also auf keinen Fall ein Abkippen des Fußes nach außen oder nach innen. Die Verletzungsgefahr der stützenden Bänder ist groß, von der Standsicherheit einmal ganz abgesehen.

An der Wand stehend, beide Hände stützen sich ab. Füße geschlossen, Fersen  zusammen. Nun versuchen langsam auf die halbe Spitze zu kommen. Immer wieder Korrektur: Füße bleiben zusammen – berühren sich an der gesamten Innenfläche.  So wird ein Abkippen nach außen vermieden. Diese Übung in jedem Training mit mindestens 20 Wiederholungen durchführen.

Und ????? :-)

Jetzt kommt zu Bewußtsein, dass eine Fußstreckung mit einer Wadenmuskulaturkräftigung einhergehen muss. So hängt eines am anderen. Man muß  gelenkübergreifend trainieren. Ich kann nur dann eine gute Fußstreckung erreichen, wenn die dazu gehörenden Muskelgruppen gekräftigt und gedehnt sind. In diesem Fall die Wadenmuskulatur!

Laßt es uns angehen, dann sind die Zeiten der Bügeleisen und Plattfußindianer bald Geschichte. Es macht Spaß sich mit den Füßen zu beschäftigen. Es ist auch sehr schön, dass es schnell zu einer Verbesserung kommt, wenn man damit beginnt richtig mit den Füßen zu arbeiten.

Susanne Henkel

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JEDER – der sich für Twirling interessiert – DARF an den D.T.S.V.-Trainerlehrgängen

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Mindestteilnehmerzahl pro Trainer-Lehrgang 5 Personen.

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