purple-teamtsg.jpg
WE LOVE TO TWIRL - Juroren Ehrenamtliche Wertungsrichter sorgen für faire Bewertung

Der ganz normale Jurywahnsinn

2 Wochen vor Turnier....

Fahr ich mit Zug freitags um 15 Uhr oder schaffe ich es nicht schon freitags früher fertig zu werden. Besser wäre kein Urlaub extra zu nehmen. Übernachtung – kostenlos, damit keine Mehrkosten für die ausrichtenden Vereine anfallen privat organisiert.


3 Tage vor dem Turnier...

...muss diesmal keinen Urlaub nehmen Termine twirlingfreundlich um koordiniert...passt. Erste grobe Sortierung Unterlagen, vom letzten Turnier. Diskussion mit mir allein, dann zum Telefon gegriffen, eine Runde mit Jurykollegen telefoniert... zugegeben, Spaß gehabt, zwischendurch mal ca. eine Stunde außertwirlisch geredet und Freundschaft gepflegt. Ist auch schön.


Donnerstag vor dem Turnier

Nach der Arbeit, Abholung vom Zug an Turnierort durchgegeben, Unterlagen sortiert, kopiert, Videos rolemodels noch mal angeschaut. Klamotten gepackt alles reisefertig gemacht. Partner wundert sich darüber, dass man sich freiwillig so etwas antut... (Diskussion erfolgt öfter im Jahr) Kopfschmerzen...?...OH Gott nur nicht krank werden. Geht gar nicht. Sind eh zu wenige... alle verlassen sich auf Mich. Kopfschmerztablette einwerfen. Kurz darüber nachdenken, ob es ernster werden könnte... eventuell Apotheke ganz für Morgen mit einplanen. Schlafen.


Freitag vor dem Turnier

Arbeit nimmt unerwartete Wendung an, Zugtermin könnte knapp werden. 12 Uhr Es wird in der Tat knapp... Aber alles wird gut. 14:15 Uhr ab zum Zug. Alles easy, kein Stau.

Einsteigen....geschafft. Zug kommt etwas später.... gut und auch wieder schlecht...

Muss Umsteigen... nur 10 Min. Puffer.... mmm... wird schon...

Was soll man sagen, wenn Twirler reisen, ist das Glück auch mit dabei. Umsteigen derart gelungen, dass man es kaum glauben kann. Ankunft... Ein Lachen, Umarmen... Man freut sich mit, dass man das alles so gut hinbekommen hat. Entspannen, bekochen lassen, schwätzen, was alles außertwirlisches passiert ist, gemütliches Sitzen. Schön. Gerade eben weiß ich wieder warum ich das alles tue. "Gefällt mir Button"...

Achtung nicht zu viel trinken!


Samstag: Turniertag 1

6:30 Aufstehen, stylen, Frühstücken. Es geht bald los, jetzt nur nichts verstupseln, alles mit dabei? Uhrzeit im Blick um pünktlich zur Hallenöffnung da zu sein, damit Ausrichter, andere Juroren keine Angst um mich bekommen. Krankheitsanflug hat sich im übrigen in Wohlgefallen aufgelöst. Leichtes Magenkrummeln, wird eher Aufregung sein. Hoffentlich bekomme ich meinen Turniertag gut hin und es passen alle Platzierung und auch noch die Noten. Naja alles wird gut. Erste erfreute teilweise auch weniger erfreute Blicke/Grüße oder auch keine. Fühle mich wohl, alle Juroren sind da, keiner hat sich verfahren, steht im Stau, oder ist sooo krank geworden, dass er nicht -gegebenenfalls mit Medikamenten gepusht -am Jurytisch sitzen kann.

Ohne Jury kein Turnier... Turniertag, das schöne am Samstag ist: Man wertet in seiner eigenen Welt, freut sich darüber, dass die Abstände passen und der Chiefjudge nur selten sein Veto im Zusammenspiel aller Juroren eingelegt hat. Siegerehrung. Müüüüüde. Tja, mit den Meinungen aller Juroren und die Kombination der Drops und 5 Punkte Plus ergeben sich dann doch hier und da andere Platzierungen. Ich ernte erfreute und auch wirklich böse Blicke... Nun gut, als Juror gewöhnt man sich auch nach Jahren schwer daran. Es kann nur einer gewinnen. Ich entscheide das, dem einem gefällt meine Entscheidung, dem anderen nicht. Die Summe aller Juroren ergibt ein faires Gesamtbild. Fertig. Essen. Reden über das erlebte als Juror. Spaß haben... gut. Böse Blicke vergessen... Ich freue mich. Achtung nicht zu viel trinken! Schlafen.


2. Turniertag Sonntag

Nur nicht verschlafen. Aufwachen, Turnierkluft anwerfen, Kaffee... Zeit sparen... Man erinnert sich mal wieder kurz... Warum tue ich mir das an?Könnte eigentlich noch schlafen. Wetter gut. Mmm heute könnte man statt in der Halle sitzen auch einen Ausflug machen... Naja, heute gilt’s. Wer wird sich für die Deutsche qualifizieren, wer international?

Gang in die Halle, Twirler sind eifrig dabei sich den letzten Schliff zu geben... Spannend. Hach, einfach schön... soeben bin ich wieder motiviert und freue mich meinen Teil dazu beizutragen. Pflicht... für Juroren ebenfalls Pflicht. Man gönnt sich ja sonst nichts. Nur nicht darüber nachdenken, warum sich manche Pflichtübungen so konsequent nicht verbessern... Nach der Pflicht, kurzes flüchtiges Abgleichen der Besten Pflichtübungen... Klasse, alles im Lot. Punktevergleich... Naja... Jetzt die Tänze. Anstrengend. Vermutung der Juroren: Die Twirler sprechen sich bestimmt heimlich ab und wollen die Juroren nur Quälen (Achtung das ist ein Spaß!) Aus nicht logisch ableitbaren Gründen scheint es, dass die Favoriten untereinander entweder mit gelungenen oder nicht gelungenen Tänzen aufwarten. Grübel wer gehört wo hin. Die Zeit rennt (für die Zuschauer eher nicht.) Komme mir vor wie nach einem Marathonlauf... leer... genug gedacht. Warum tue ich mir das nur an? Nehme erste Unzufriedenheiten aus dem Umfeld nur am Rande wahr. Nur nicht persönlich nehmen... Es ist unwahrscheinlich bei Bewertungen die nicht gemessen werden können alle zufriedenzustellen. Endspurt. Finale... muss wieder ran. Müde... doch, ich werde sofort wach. Twirler geben alles auf der Fläche. Gefällt mir. Ja, das ist der Moment wo ich weiß warum ich Twirling liebe.

Freue mich. Ja das macht Spaß, leider greift wieder Jurorentheorie, es machen es alle gut. Entscheide mich. Bin mit mir zufrieden.

Siegerehrung... Ja, gut...Früher gabs für die ehrenamtlichen Juroren noch kleine Aufmerksamkeiten..., lange her. Heute nur noch von Jutta an Deutschen. Was kümmerts die Vereine. ZummGlückbekümmert es auch nicht mich.


Nach der Siegerehrung.

Nicht alle sind meiner Meinung. Pech. Diskussionen im "Opfermodus" selten von Erfolg gekrönt. Am besten sagt man nichts.

So ist das mit Sport. Nicht jeder kann mit persönlicher Bestleistung gewinnen. Deshalb machen wir TwirlingSPORT. Fairplay, Anerkennung der Leistung anderer, RESPEKT? Bei uns teileise noch nicht vorgelebt. Für Sportler wie Juroren gilt: Gewinne den Kampf gegen dich selbst. Entscheide dich, wie du die Welt sehen willst.

Wahl getroffen nicht den früheren Zug mit ½ Stunde späterer Ankunft zuhause zu nehmen. Sitze draußen, mit Freunden, genieße die Sonne und esse :-) Ach, schön. Zug fährt erst in einer Stunde. Gut. Verabschiede mich. Setze mich in Zug 22:30 Uhr Ankunft. Mein Schatz holt mich ab. Hört sich die neuesten Storys an. Wundert sich wieder, dass ich mir das antue. 30 Min. Fahrt. Zuhause. Müde. Es lebe das Ehrenamt.


Tag 1 nach dem Turnier:

Aufstehen, arbeiten, müde.

Die Saison ist noch nicht zu Ende.


Die Woche nach dem Turnier:

Die Buschtrommeln funktionieren. Traurig darüber, dass immer wieder bei den Trainern/Twirlern ankommt, dass ich nicht objektiv bin….wobei….die Objektivität in diesem Fall doch im Auge des Betrachters liegt…für den einen Sportler/Trainer haben ich total objektiv gewertet da er endlich die Note bzw. die Platzierung bekommt, die er verdient hat. Der dahinter platzierte Sportler/Trainer sieht es natürlich völlig anders.

Im Laufe der Woche, Telefonat mit befreundeten Juroren. Austausch. Schön, das wir alle im gleichen Boot sitzen. Wir sind  ein tolles Team,

wo jede den anderen auffängt. Schön. Deshalb bin ich manchmal gerne Juror.

Fazit: Man ist gerne ehrenamtlicher Juror, weil man sich über die erbrachte Leistungen freut und bei jedem mitleidet wenn etwas nicht gelingt. Freude tankt, wenn man die Kinder und Trainer beobachtet wie sich vom Herzen freuen, sich über Weiterentwicklung aller Twirler freut. Man ist gerne Juror, weil man in einem Team ist, wo jeder alles sagen und auch mal einen Fehler machen darf. Man entwickelt sich imfreundschaftlichen Dialog weiter. versteht lernt so unterschiedliches Sichtweisen kennen und jede einzelne zu respektieren. Alles andere blendet man am besten aus.





WM- Norwegen 2010 - Meine erste 100!

Ja, es war wieder ein tolles Erlebnis. Die Delegation bestehend aus: D.T.S.V. Präsident,  Hansjörg Reschke, der auch die WBTF Finanzen vor dem Turnier zu prüfen hatte, Technical Advisor Susanne Henkel und Stephanie Paulus-Reschke, Jury-Vorsitzende mussten bereits am Sonntag anreisen, die die am Montag beginnenden diversen Meetings teilzunehmen. Durch die Entwicklungen des "NJS" (New Judging System) ist es für den D.T.S.V. möglichst an allen Meetings teilzunehmen. So saßen wir erst einmal 3 Tage im Meeting...

Für mich ging es nach den offiziellen Meetings noch weiter, Judges-Focus meeting... Turnier, Montags judges Reviewmeeting. Also, um es kurz zu machen, wir haben von Norwegen nicht viel gesehen.

Zum Glück waren wir in einem Hotel mitten an der schönsten Stelle in Bergen. Als wir Sonntags ankamen, konnte man unsere Buchung leider nicht finden und wir hatten kein Zimmer. Da alles von der Norwegischen Delegation zu Sonderkonditionen gebucht wurden. Erinnerten wir uns zum Glück noch an den 20 min. Fußweg zum "Headquarter" Hotel. Der einzige freie Nachmittag bestand dann aus Warten in einer Hotellobby. Am Ende konnten wir wieder zurück in unser Hotel spazieren, im sicheren Wissen, das auch die Sportler am Mittwoch und Fans sicher untergebracht seien.


Das Hotel war OK, Frühstücksbuffet reichhaltig und vielfältig. Erfreut stellten wir dies fest, das unser Sportler auf jeden Fall schon mal "essenstechnisch" zufrieden sein konnte. Das Hotel lag sehr günstig und wir konnten jeden Abend in tolle Stadt Bergen direkt am Hafen gehen. Die Preise waren für uns nahezu unglaublich... Teuer erhält in Norwegen eine Dimension. Wein, Bier pro Glas 8-10 Euro normal. Wir nutzten die SMS-Technik und haben jeden anreisenden "Norweger" über 18 Jahre dazu verdonnert, mind. 1-2 Flasche Wein mitzunehmen. Es stellte sich heraus, das diese Aufforderung gewissenhaft ausgeführt wurde. So konnten wir die langen hellen Abende gemeinsam vergnügt in der "Raucherecke" vor dem Hotel oder Im "Meetingroom mit Couch von Sanne" begehen. Über die Essenspreise durfte man auchnciht genauer nachdenken. Das Essen war gut, besser war es allerdings, wenn man nicht umrechnete... Darauf haben wir dann auch schnell verzichtet. Wir konnten dies ohnehin nicht ändern.

Von dem was die Sportler und Fans erleben kann ich wenig berichten, da ich als Juror in meiner eigenen Twirlingwelt lebte. Die Mädchen zeigten alle gute Leistungen und jede konnte für sich zufrieden sein. Ansprechende Darbietungen wurden gezeigt, aber die Schwierigkeiten konnten nicht immer fehlerfrei dargeboten werden. Es hat ein wenig die Routine gefehlt. In den Ferien haben die Hallenzeiten teilweise gefehlt, es war zu warm... Wer mehr möchte muss schlicht weg mehr üben und wenn möglich vom üben ins trainieren kommen. Fürs Semifinale konnte sich lediglich - wie erhofft - Katharina Kling qualifizieren. Im Semifinale konnte Katharina sich dann noch auf den 16. Platz nach vorne tanzen. Super gemacht. Auch Janni Rühl zeigte mit Ihrem WM-Tanz Bestleistung mit einer souveränen ansprechenden Leistung. Belohnt wurde sie mit dem 28. Platz bei ihrem WM-Debüt. Alle Mädchen haben Deutschland nicht nur mit ihren Tänzen, auch mit ihrem vorbildlichen Verhalten sehr gut vertreten.

Als es für mich mit der Pflicht der Junioren los ging, habe ich mich richtig gefreut. Meine Befürchtungen bei den guten Fehler nicht zu erkennen, hat sich zum Glück recht schnell zerschlagen. Die Noten der Pflichtjuroren waren relativ ausgeglichen. Beim Pflichttanz sind jedoch noch einige Unklarheiten. Da herrscht wohl noch kein einheitliches Verständnisbild. Der Pflichttanz ist erst neu eingeführt und bedarf noch Erfahrung, um dies Länder übergreifend gleichwertig zu benoten. Wird noch. Die Pflicht wurde "händisch" klassisch durchgeführt... ging schnell.

Mit den Duos ging dann das Drama los. Das zunächst begeistert aufgenomme Computersystem, wo "einfach" nur die Noten rein geklopft werden sollten und keine Wertungstäfelchen mehr genutzt werden sollten, da alles völlig hightech an die Wand geworfen wurde erwies sich als heimtückisch. Zuvor mit Kindern erprobt schafften wir Juroren nicht das Ergebnis zeitnah zu ermitteln. Wir brauchten teilw. 20 Minuten. Dies war nicht nur für die Juroren nervig auch für die Sportler und deren Trainer war dies ein Horror. Es gab keinen Ablauf. Mal wurden die Noten vorgelesen, mal nicht. Mal ging es schnell, dann wieder nicht.... furchtbar. ZUm Glück waren die Duos nicht so viele. Man versprach Verbesserungen zum nächsten Tag...

Die Twirler hatten eben Pech gehabt und mussten sich darauf einstellen. Fair, da für alle gleich.

Na toll... Da ich im Free die Nr. 1 waar, war es für mich nicht ganz so schlimm als am nächsten Tag mein Rechner ausfiehl... ich gab meine Noten einfach direkt an den Chiefjudge, der diese dann direkt eingab. einen Range von 2,8 einzugeben dauerte teilw. 5 Min. weil sich das system einen zum Wolf rechnete. Ganz schlecht war es, wenn man bestätigen wollte und der automatische Abgleich alle 20 Sec. stattfand...poah. Wir haben gewartet.... die andere Disziplin teilweise mit angeschaut. Die Konzentration war auch bei den Juroren einhellig gestört...entsprechend abgenervt war jeder... nach der 1. Pause... mit einem beachtlichen Zeitverzug... versuchte man es nochmal. Wenn die Ranges gemacht wurden, und die Noten entgültig gegeben wurde, entstand öftern noch eine große Pausen, weil die Zahlen nicht an den Sprechertisch gingen... KABEL  - sage ich nur. Die Wertungszettel wurden dann einfach direkt nach unten gebracht und noch einmal eingegeben damit die Noten - mit Bild - an die Wand geworfen wurde. Irgendwann ging man dazu über, die Ranges "händisch" zu machen.... natürlich vergasen einige Juroren die Nr. von sich mit anzugeben... aber irgendwann fluppte dies... Zum Glück. Dann kam die Präsidentin und man entschied sich, einfach alles "händisch" zu machen und er Chief judge hackt das ganze dann in den Computer... Na das lief dann, wie am Schnürchen... am Ende holten wir alle Glücklich die Zeit wieder ein. Allerdings war da das 1/2 Turnier bereits rum.

Die Idee mit dem Eingeben der der Noten ist klasse, aber wenn da 20 Juroren aus vielen Ländern mit unschiedlichen Sprach und Computerverständis um "Eingaberechte" kämpfen noch nicht ausgereift. Aber das wird sicher werden und ist grundsätzlich eine tolle Sache.

Am Turnier konnte man gut sehen, welche Land sich mit dem NJS befasst hat und an was gearbeitet wurde. Auch wurde Rollen als neues Schwerpunkt Thema teilweise für uns unglaublich kombiniert. "Monster" vorne, hinten vorwärtz rückwärts genial kombiniert auch mit Tanz perfekt auf Musik abgestimmt - jooo sag ich da nur.... Dreifach-Illusion bei den Junioren normal... auch mal IM Ausfallschritt... jooo. Auch die Ausführung der Aerials teilweise richtig klasse. USA hat am Körper gearbeitet... viele Üblerschläge werden mit Armen Hoch (die, die es können wissen was ich meine. Die, die es interressiert können es an den Lehrgängen erfahren) Die Japaner haben sich auch mit den Abwürfen befasst. joooo.....sieht gut aus. Italien hat den Körper auf der Liste und versuchen in den gymnastischen Übungen Perfektion zu zeigen. Die Franzosen sind stark in den Areals. Canada zeigt mit dem Kontaktmaterial klasse Möglichkeiten...jooo

Könnte 100 Jahre dauern, bis man diese Pefektion in den einzelnen Modes in einen Sportler bekommt.

Ein Highlight waren natürlich die Seniormänner. Alle drei Senior Japaner - auch der Stabschwache ;-) haben mir super gefallen. Suichi war der Kracher, der ewige Zweite, wollte es diesmal wissen. Mit einem Michael Jackson Madley ging er an den Start. Es war still in der Halle. Beatrice erzählte dazu nur. "Ich wollte einen Müsliriegel aufmachen und es war mir peinlich, weil das Geräusch so laut war, das ich dachte man hört es in der ganzen Halle." Suishi legte los und ging ab - klasse. Katharina war völlig am Ende - weil es mal wieder so toll war. Als er fertig war, war es still in der Halle und die Krönung bildete ein simultantes "AAAAAAAAAAAAAAaaaaaacccccccccccccccchhhhhh" Auch allein für dieses Erlebnis lohnt sich dieser Weg. toll... zum Glück musste ich nur die Junioren bewerten und konnte mir dieses Spektakel einfach nur anschauen.  Neben der USA kamen zwei Franzosen mit ebenfalls super Leistung ins Finale.

Ein weiteres wirkliches Highlight waren die Teams. Oh mein Gott. Ich fand eigentlich alle - auch die letztplatzierten - wirklich gut anzuschauen. Also schon ein brutaler Unterschied zum Cup. Es ist schon sehr interessant an welchen Fäden die Länder ziehen, wenn sie ein Team machen. Die Noten gingen wie erwartet doch teilweise recht weit auseinander. Ich denke aber nicht, das dies Vorsatz ist. Die Juroren möchten schon objektiv sein. Dennoch ist das Verständnis und die Priorität, die jeder für sich setzt durchaus unterschiedlich. In der Summe kommt dann vielleicht ein gutes Ergebnis zustande. Meine Noten waren nicht immer "mainstream" aber ich kann sehr gut damit leben. Der absolute HAMMER waren Frankreich, USA und Japan. JOOOO, sag ich da nur. Frankreich überzeugte mich in der Vorrunde nicht so. Es war klasse, theretisch Superior, aber die Summe der Fehler störten mich in jeden Bereich, dass ich mit meiner Note weiter unten war als der Rest... Platz 3 - aber trotzdem super König der Löwen. USA fand ich eindeutig im Inhalt in der Vorrunde die besten...JOO Alle, "2Spin Illusion 2Spin" da fällt einem nichts mehr ein. Japan - für mich ohne Worte. Verzögerungen jetzt auch noch mit Stab, Schwierigkeiten syncron... aus völligen stopps zack, doppelte Schwierigkeit und sofort wieder Ruhe im Karton...Raus rein in den Formationen, klar - mit Verzögerer. Genial Platz 1 für mich in der Vorrunde. Dann, ja dann kam das Finale. Ich schwöre, die Luft hat echt gebrannt. USA als erstes am Start. Hat leider nicht geklappt. die obengenannte Übung wurde von einer nicht mitgemacht - nur 2spin Illuision! - auch ein paar unschöne Drops schade. Die zuvor versemmelten Mehrbatons wurden 1a runtergezirbelt und die Kraft und Freude die alle Twirler da hatten, war genial... ich habe wieder 90 gegeben für mich war es toll... Dann Frankreich. Wie die Twirler reingelaufen sind und sich nach vorne drehten, musste ich schon grinsen. Die waren drauf... von Anfang bis Ende stark - begeisternd - keine Fehler - Effektvoll auf dem Punkt gebracht wie ein Peitschenschlag.... Ein Erlebnis. Ein echtes Pfund, die Kraft in jeder Sekunde bis zu mir hoch am entfernten Jurytisch...97. Ich konnte erst mal gar nicht reagieren. Ich war gebeutelt. Einvorsichtiger Blick rechts und links von mir... die anderen waren auch total geflashed und rangen nach Luft... echt. Da ich den Japanerrn in der Vorrunde die gleiche Note gegeben habe, dachte ich mir, na das könnte eng werden. Mal wieder mit Bolero der Musik entsprechend erst ruhiger dann immer stärker werdend zupften die dieses Team mit 2 fast nicht störenden Drops runter. Die Luft hat gebrannt. Die Tanztechnik, die Stabtechnik als Einheit für Mich PERFEKT und ich gab zum ersten mal im Leben eine 100!

DAS war ein so heftiges Erlebnis für mich, das ich danach noch völlig reizüberflutet war. Diese 3 Teams waren so klasse und mir hat es leid getan, dass Frankreich mit einer so genialen Darbietung nur zweiter werden durfte... Schade. Es war wirklich richtig toll. Die Spannung in der Halle und dieser gewaltige Teamspirit - also dafür lohnt sich der Weg wirklich.

Stephanie Paulus-Reschke


Jury workshop mit Jackie Stewart

Jackie Stewart ist die Juryvorsitzende des Weltverband. 2009 nahmen Susanne Henkel, Katja Bohne, Dominique Hedrich, Sabine Jerg, Sabrina Irion, Larissa Werlein, Leona Muskat und Stephanie Paulus-Reschke am Workshop teil.

Pflichtübungen und der Pflichttanz wurden noch einmal genau erörtert. Die Lehrgangsteilnehmer waren sehr interessiert.

Freestyle, so wurde festgestellt, Übungen die nicht gekonnt - also in schlechter Technik gezeigt werden - eigentlich nicht gezählt werden. Es wurde auch lobend erwähnt, das die "Die Choreos der Deutschen sind ansprechend mit sehr guten Ideen, die auch ein etwas niedrigeres Level ansehnlich machen" sagt Jackie Stewart. Frau Stewart hob die Wichtigkeit einer funktionierenden und ansprechenden Choreografie in Verbindung mit einer korrekten Technik hervor.

Im Duo wurde festgestellt, dass wir "Deutschen" das mit dem Pairwork und auch mit den Exchanges in allen Modes und auch verschiedene Exchangetypen bei uns noch nicht in den Choreografien eingearbeitet sind. Die Stabhöhe bei den Exchanges spielt bereits im "Durchschnittlichen"-Level eine nicht unerhebliche Rolle. Korrekte Technik, gleicher Abwurf, gleiche Drehgeschwindigkeit sowie das genau Platzieren von Twirlingübungen sind in einem funktionierenden Duo von allergrößter Wichtigkeit. Erst dann kommt der Inhalt und danach kommt eine ausgefallene Choreografie.

So definiert sich ein Duo durch korrekte Baton und Körpertechnik, die gemeinsam mit präziser Ausführung gekonnt dargeboten wird.

Bei den Teams waren die Ausführungen von Frau Stewart eindeutig: Zuerst muss eine korrekte Technik her, klare und eindeutige Formationen, gemeinsames Twirling in allen modes mit dem gesamten Team/Gruppe.

Dann erst der Schwierigkeitsgrad und dann ausgefallenene Choreografien.

Alle müsseden Tanz können.In einer  guten Teamchoreografie wissen alle Twirler was sie zu tun haben und bewegen sich sicher innerhalb der wechselnden Formationen. Die Exchangequalität zeichnet sich durch die gekonnte Platzierung und Höhe der Stäbe aus. Je höher der Exchange desto besser, je mehr Personen in die Exchanges integriert werden desto höher der Schwierigkeitsgrad.

In den Formationen ist eine klare und logische vorgehensweise anzustreben. Die Art, wie Formationen gewechselt werden, macht die Qualität eines Teams/Gruppe aus. Sieht man seinen Weg vor sich oder nicht? Werden Formationswechsel mit oder ohne Stab/Exchanges gezeigt.

Ein interessantes Thema bei Duo und Teams war das erforderliche Timing.

Duos funktionieren, wenn die Stabhöhe für beide Twirler klar und platziert sind. Ist dies nicht der Fall, entsteht Hektik, die Twirler wirken gehetzt und vor allem unkontrolliert. " Je besser dieses Timing beherrscht wird, desto schneller ergeben sich Möglichkeiten zur Verbesserung." sagt Jackie Stewart.

Der Deutsche Tanzsportverband hat diesen wirklich interessanten Lehrgang finanziert. Dank der guten Zusammenarbeit von D.T.S.V. Präsident Hansjörg Reschke mit dem DTV musste kein Juror, kein Verein etwas für diesen internationalen Lehrgang etwas zahlen. Dies wahr eine wirklich lohnende Weiterbildung für die Vereine des Deutschen Twirlingsport Verbandes.

Der D.T.S.V. freut sich auf die diesjährigen Lehrgänge für Trainer und Twirler, um des frisch erlangte Wissen an alle D.T.S.V. Mitglieder weitergeben zu können. Es gibt noch viel zu tun - fangen wir gleich mit der Umsetzung an.


Toller Einstand als Wertungsrichter

"Oh je, hoffentlich blamiere ich mich nicht." Das Täfelchen mit den Noten tatsächlich hochzuhalten und es es vorher theoretisch wissen ist schon ein Unterschied. Das war Larissa Werlein und Sabina Irion bereits vorher völlig klar. So setzten Sie sich in Mannheim zur BW-Meisterschaft 2008 tapfer an dem Jurytisch und werteten zum ersten Mal "richtig" Freestyle.

Die dazugehörgigen Pflichtübungen sahen sie - als ehemalige Twirlerinnen - als ein eher banales Problem. "Einfach" hieß es da selbstsicher. Gut hinbekommen haben Sie es auch, weil Sie die Übungen selbst jahrelang erfolgreich praktiziert haben. Als aktive Twirlerinnen wissen sie ja wie es geht. Als Juror bekommt man jedoch viele Pflichtübungen gezeigt, die nicht so gezeigt werden wie seit 1995 bestehend beschrieben sind. Das macht dann doch die Sache für die Wertungsrichter recht spannend. Denn welcher Fehler ist schlimmer und wieviel zieht man dann ab? Diese Disziplin haben die beiden gut gemeistert.

Nach der Pflicht kamen die Freestyles. Leichte Nervosität machte sich dann doch noch breit. Die Schwierigkeit, die doch recht vielen Feestyle-Teilnehmer, mit teilweisen geringen Leistungsunterschieden, richtig zu platzierenbrachten die beiden dann doch ins Grübeln. Den ersten Range erfolgreich getroffen, schafften Sie sich durch die Junioren und waren doch gespannt, ob sie eine vergleichbare Note der beiden erfahrenen Juroren treffen würden. Alles in allem hat es wirklich gut geklappt.

In der Mittagspause waren Larissa und Bina froh, dass die Junioren vorbei waren. "Jetzt wird es sicher nicht mehr so schlimm. Sind ja nicht mehr so viele." Die anwesenden Juroren ließen sie guter Dinge und lachten sich insgeheim ins Fäustchen :-) Denn Sie beachteten den Ausdruck der Senioren bisher nicht eines Juroren. Und so kam es, das sie doch ab und zu ein wenig gebeutelt wurden. Die Sportler schauten die, ehemals auf der gleichen Seite stehenden EX-Twirler, genau an. :-) Sehr spannend. Das anschließende Finale verlief dann schon fast souverän. Am Ende war es für die beiden gut gelaufen und "gar nicht so schlimm" wie zuvor befürchtet. Es war aber doch anstrengend.

Der D.T.S.V. freut sich, zwei von klein an aktive und erfolgreiche Twirlerinnen wie Larissa Werlein und Sabrina Irion, als aktive Wertungsrichter der A-Kategorie begrüßen zu können. Wir freuen uns auf eine lange Karriere als D.T.S.V. Wertungsrichter.

Stephanie Paulus-Reschke



Mein erstes Jahr als Juror

Ach, Juror? Oh Gott, dachte ich mir nur. Wobei mich das Thema schon immer ein bisschen gereizt hat und ich auch schon vorher einige Lehrgänge besucht hatte. Aber jetzt ALLES an EINEM Wochenende durchzuackern, das kam mir dann doch schon etwas heftig vor. Naja, versuchen wir es halt mit dem Crash-Kurs bei Susanne zuhause.

Schön war es, dass Bina, Carina, Katja, Geraldine und Susanne selbst sich auch dieses Drama antaten. Von daher war ich ja nicht alleine. Es ging los. Wir wurden mit sämtlichen Disziplinbeschreibungen erschlagen und Ste packte unzählige Videos aus. Anhand der Videos sollten wir dann mal unser Glück versuchen. Oh Mann, auf was hatten wir uns da eingelassen? Die ersten Versuche waren ziemlich missraten aber Ste ermutigte uns damit, dass sie damals auch so angefangen hätte. War natürlich nicht besonders vertrauenserweckend, immerhin ist damals auch schon wirklich ewig her und wir sollten das ganze an einem Wochenende über die Bühne bringen!

Die Disziplinen wurden durchgesprochen, worauf muss man achten? Was macht ein Dance-Twirl aus? Wie soll ein Modern-Dance-Twirl-Team aussehen, das in „Mid Good“ kommen will? Welche Übungen gehören zu „Mid Average“ beim Mini-Freestyle? Uns rauchten die Köpfe! So verlief das ganze Wochenende und am Schluss sagte Ste: „Schön, dass ihr teilgenommen habt. Wir sehen uns dann zur Prüfung am C-Endrundenwettkampf in Wetzlar“. Bevor aber der Prüfungstag anstand, erfuhren wir noch, dass wir gleich bei diesem Turnier schon mal testen können, wie es ist, wenn ein „lebendes“ Objekt vor einem tanzt. So wurden wir dann den verschiedenen Disziplinen zugeteilt.

Es war soweit, wir trafen uns alle in einem netten Nebenraum der August-Bebel-Halle wieder, wo wir schon freudig erwartet wurden. „Viel Erfolg“ und „ihr schafft das schon“ brachten uns in dem Moment, als die Prüfung vor uns lag auch nicht viel, aber wir gaben unser Bestes. Mit gemischten Gefühlen verließen wir nacheinander den Raum und bereiteten uns auf das Turnier vor. Wir suchten uns unsere Tische, legten unsere Unterlagen zurecht. Ich muss sagen, es verlief recht reibungslos und wir haben unsere Sache fürs erste Turnier wohl recht gut gemacht. Zum Glück war ja Jörg da, der sich dann in Notfällen mal schnell einmischen konnte.

Vielen Dank auch noch mal an dich, Jörg!!!

Den Rest der Saison wurden wir dann weiterhin eingeteilt, immer etwas gemischt mit den „erfahreneren“ unter uns. Es klappte wirklich gut, wobei man manchmal seine Emotionen ein wenig zügeln musste. Mir persönlich fing es an, richtig Spaß zu machen und umso enttäuschter war ich, als ich ein Turnier pausieren sollte. Als es aber zur Deutschen ging und wir einen kleinen Jurorenmangel hatten, durfte ich gleich das ganze B-Endrundenturnier werten, was mich wieder freudig stimmte.

Im Endeffekt verlief alles gut, wir konnten mit uns zufrieden sein. Mir macht es Spaß, Tänze zu bewerten und auch besonders zu honorieren, wenn ein Athlet was gut gemacht hat. Ich freue mich schon auf die nächste Saison und bin gespannt, was wir alles geboten bekommen.

Dominique Hedrich

DTSV_wort.png